Stadt und Identität in der künstlerischen Forschung

Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe im Künstlerhaus und Abbildungszentrum FRISE, Hamburg

Floating Volumes #4 – Layering DiverCity
Stadt und Identität in der künstlerischen Forschung

Tagung und Ausstellung
kuratiert von Emine Şahinaz Akalın, Arne Bunk, Georg Felix Harsch und Erich Pick

Tagung 04. und 05.06.2014
Beginn 14:30 Uhr, Kleiner Hörsaal, Raum 229, HfbK Hamburg (Eintritt frei)

Ausstellungseröffnung am 04.06.14 um 19 Uhr, Künstlerhaus FRISE
(Ausstellungsende 18.06.2014) Öffungszeiten Fr. – So. 16:00 – 18:00

Floating Volumes #4 – Layering DiverCity ist die Fortführung einer im Jahr 2010 begonnenen Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe, die sich mit dem Thema Stadt und Identität mittels verschiedener künstlerischer Positionen auseinandersetzt.

Städte sind vielschichtige, prozessuale und materielle Gefüge aus Zeichen und Codes, Geschichten und Erinnerungen, Inszenierungen und Intensitäten. Private und kollektive Strukturen des städtischen Raumes sind organisiert durch ökonomische und politische Entscheidungen. Dieser Raum wird von Subjekten hervorgebracht und bringt zugleich Subjekte hervor.

In der nun geplanten Tagung und Ausstellung möchten wir kulturwissenschaftliche und künstlerische Positionen miteinander in Dialog bringen.

Das Wechselspiel von Urbanismus und Identität hat Kunst- und Kulturwissenschaftler_innen in den vergangenen Jahren vor allem akademisch beschäftigt. Eine von KünstlerInnen, organisierte Tagung – sozusagen aus der künstlerischen Produktion heraus – stellt für uns einen neuen Zugang dar. Diese Verschiebung wird nicht zuletzt durch künstlerische Forschungsansätze sowie künstlerisch-wissenschaftliche Haltungen möglich, die sich in den vergangenen Jahren etabliert haben. Hierbei finden eine Vielzahl von Übertragungsprozesse zwischen künstlerischen Methoden und wissenschaftlichen Ansätzen statt; es werden Fragen der Bedingungen und Möglichkeiten von Übersetzungen aufgeworfen.
Unser Ziel ist es, vor den verschiedenartigen aktuellen Entwicklungen in diversen Städten die Methoden der künstlerischen Forschung und Anteilnahme an städtischen Prozessen kritisch zu reflektieren.
Insgesamt leiten uns Fragen nach Wiederholungen und ihren Verschiebungen, nach Verhandlungsmöglichkeiten und Aneignungen, die durch Kunst und Kultur eingeführt und materialisiert werden könnten. Die eingeladenen Positionen werden in vier thematische Vortrags- und Präsentationsblöcke und einer Ausstellung miteinander in Dialog gebracht.

Die Tagung dient auch als Austauschplattform für unterschiedliche Erfahrungen diverser Akteure in den verschiedenen Städten wie z.B. Kairo, Istanbul, Hamburg, Berlin. Sie soll dazu dienen, ein internationales Netzwerk zu stärken.

Geplante Ausstellungsbeteiligungen Floating Volumes #4, Juni 2014:

  • Jan Köchermann (Hamburg)
  • Silvina Der-Meguerditchians (Berlin)
  • Peter Boué (Hamburg)
  • Sari Palosaari (Helsinki)
  • Jens Röhm / Kathrin Wildner (Hamburg / Berlin)
  • Gartenstudio (Per Schumann, Malte Zacharias) (Berlin/ Hamburg)

Tagung mit Vorträgen und Präsentationen in dem Künstlerhaus FRISE und an der HFBK Hamburg, folgende Themenblöcke sind geplant:

Einführungsvortrag: Michaela Ott (Hamburg), Professorin für Ästhetische Theorien an der HfbK

Anteilnahme und Anteilgabe

Zu diesem Schwerpunkt laden wir Personen ein, die in ihren Projekten die Stadt als Austragungsort für eine Gestaltungsteilhabe hinsichtlich von Architektur und kulturellem Leben nutzen und dabei nach den Spielräumen zur Umwidmung von Orten und Räumen fragen. Unter dieser Rubrik werden Formen von Street Art und Street Games, die Partizipation an Entwicklungen von Architektur und Stadt sowie die Initiierung von Kulturprojekten vorgestellt und deren politischen Gehalt diskutiert.

Kapitale Geschichten

In einem zweiten Panel wird die Perspektive verschoben von aktuellen Stadtprozessen hin zu ihren Geschichten und Geschichtsschreibungen. Hierbei scheinen uns vor allem historische Umbrüche interessant, da sie die Produktionsbedingungen von neuen und alten (An-)Ordnungen von Codes und Kapital sowie deren Materialisierung aufzeigen.

Schichten statt Geschichten

In einem weiteren Panel möchten wir Subjektivierungsweisen und -linien in Verbindung mit der Stadt und deren Prozesse diskutieren. Persönliche Erinnerungen und intersubjektive Erzählungen lagern sich an bestimmten Orten ab und wohnen diesen inne. Über diese werden Subjekte entwickelt wie auch die Frage nach der Identität eines Ortes aufgeworfen.

Selbst-Aneignungen und Umwidmungen

In einem Diskussionspanel möchten wir der Rolle von kulturellen Produktionsräumen in Städten nachgehen. Hierbei soll nach der Selbstbestimmung und Zuweisung von Positionen der Künstler_innen innerhalb städtischer Prozesse gefragt werden. Es werden künstlerische Projekte miteinander in Dialog gebracht, die verschiedene Grade an Institutionalisierung erfahren haben.